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Sandra Jankowski: Ein Engel in Berlin
im Spiegel der Presse
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"Die
Männer sind ja so blöd"
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"Ein
Engel in Berlin" bei der Kultur-Mix-Tour in der
Silberwarenfabrik Heubach
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man reich ist, kann man ganz billig leben." Das ist
das Ziel der jungen Doris, die "Ein Engel in Berlin"
ist. Sandra Jankowski vom Theater Sturmvogel gastierte
bei der Kultur-Mix-Tour in der Silberwarenfabrik Heubach. |

Feuer und Flamme fürs Theater:
Schauspielerin Sandra Jankowski.
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Die "wilden
zwanziger Jahre". Eine Zeit der Umbrüche, der
Veränderungen, neuer Möglichkeiten. Eines von
tausend Frauenschicksalen ist das von Doris. Als Sekretärin
in einem Anwaltsbüro in der Provinz fühlt sie
sich zu Höherem berufen. "Ich will ein Glanz
werden." Durch viele Männerbekanntschaften,
durch Enttäuschungen und weibliche Raffinesse kommt
sie schließlich zur Erkenntnis: "Die Männer,
die sind ja so blöd." Nach einer Theaterrolle,
einer fiktiven Affäre mit dem Regisseur und nach
einem Pelzmanteldiebstahl "flieht" sie nach
Berlin. Bei ihrem Empfang hat Berlin in einer Demonstration
"seine Massen aufgeboten" und für Frieden
gekämpft. Doch die erste Begeisterung weicht, denn
"die Männer sehen aus wie Mädchenhändler",
der schöne Schein trügt, Prostitution wird zum
Alltag. "Wenn man sich anmerken lässt, dass
es einem schlecht geht, wird man noch viel schlechter
behandelt." Der gewaltsame Tod ihrer Freundin Hulla
lässt Doris verzweifeln und einen Blick auf ihr Leben
werfen. Dazu erklingt von Marlene Dietrich "Wenn
ich mal tot bin, dann tu ich was ich will". Eine
nach außen glückliche Beziehung, in der sie
eigentlich alles hat, wovon sie in ihrem Leben träumte,
treibt sie schließlich in einen missglückten
Selbstmord. Ein Mann nimmt sie auf und nach verliebt sich
Doris in ihn. "Liebe strengt an", denn sie will
für ihn perfekt sein, wobei die Liebe, zu Doris Verzweiflung,
seinerseits nicht erwidert wird.
"Ein Engel in Berlin"
ist ein Einpersonenstück, das durch seine Intensität
und Nähe zum Publikum unter die Haut geht. Das Publikum
war mal demonstrierende Masse, mal das Publikum im Theater.
Sandra Jankowski spielte mit gnadenloser Offenheit und
schonungslosem Realismus die Rolle der Doris. Mal kindlich-naiv,
unsagbar verletzlich, unendlich verzweifelt. Doch dann
wieder charmant, vulgär, lasziv. Eine junge Frau,
die ihren Weg geht, alle Dinge auf ihre ganz eigene Art
handhabt und sich nicht verbiegen lässt. Jemand,
der nie das kleine Licht in der Dunkelheit aus den Augen
verliert. Zum einen deprimierend und schockierend, zum
anderen zynisch, bissig und bei allem Elend gnadenlos
witzig. |
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von
Stefanie Paul, Gmünder Tagespost, 21.03.2001
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