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Rolf Miller im Spiegel der Presse
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Der
Spaß ist endgültig voll
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Rolf
Miller in der Silberwarenfabrik Heubach
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| "Der
Spaß ist voll." "Das Auge sieht mit."
Solche und weitere Lebensweisheiten erhielt man in Heubach
in der Silberwarenfabrik. Rolf Miller machte am Sonntag
Halt und strapazierte mit seinem Programmmmm "Der
Spaß ist voll" nicht nur die Lachmuskeln seines
Publikums. |

Miller ist Miller. Und Miller ist gut.
(Foto: Tom)
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| "Der Spaß
ist voll". Endgültig. Und so setzte Nachwuchskabarettist
Rolf Miller zum ultimativen Rundumschlag an. Mit seiner
provinziellen und derben Machoart bekam jeder sein Fett
weg, vor keinem und nichts machte er halt. Seien es nun
Frauen, dessen Liblingsbeschäftigung daraus besteht,
sich um andere Frauen, Ausländer ("Der Ausländer
ist halt schon ein Volk für sich") und Natur
zu kümmern. Oder Verweigerungshelfern, Girlies, Menschen
mit Führerscheinentzug oder Birkenstockträgern,
"so jung und schon ein Schicksal". So erklärte
er eiskalt, dass die einzigen Menschen, die wissen wann
ihre Zeit kommt, wohl in Amerika leben würden. In
der Todeszelle. Oder was wäre, wenn Frauen anders
wären als sie sind. "Aber wenn die Katze ein
Pferd wäre, könnte man die Bäume hinauf
reiten." Mitleid hatte er mit seinem Freund Markus,
einem Arbeitslosen, dem er den freundschaftlichen Rat
gab: "Wenn alle Stricke reißen, kann man sich
immer noch aufhängen". Weise Worte für
den täglichen Gebrauch. Oder er berichtete von "defizitären
Sprach-Ding", dass junge Menschen mehr lesen müssten,
vor allem Geschichte, "das geht ja oft bis in die
Vergangenheit zurück". Lieblingsthema allerdings
waren die Frauen. "Wer den Himmel auf Erden sucht,
hat im Erdkundeunterrichtet nicht aufgepaßt".
Von der Doppel- und Mehrfachbelastung der Frau zu Hause
und daheim und der Erkenntnis, dass "der Mensch einfach
geschaffen ist für die Frau". Oder seine Begegnung
mit einem Studierenden, den er fragte, was er denn sei,
wenn er fertig sei und dieser meine:"35". Man
erlebte zwei Stunden bösen Chauvinismus, mieses Macho-Gehabe
und das Talent Rolf Millers alltägliche Redensarten
völlig durcheinander zu bringen und zu vermischen.
Und so spielte sich das meiste, während den Denkpausen
des Akteurs in den Köpfen des Publikums ab und wurde
von Miller eigentlich gar nicht ausgesprochen. |
| Ganz
Gandenlos |
| Mit einem perfekten
Timing schaffte er es genau zur richtigen Zeit das falsche
Wort zu sagen. Ganz schön böses, aber gnadenlos
gutes Kabarett bekam man zu sehen. auch wenn man zu Beginn
an Michael Mittermaier, dann an Heinz Becker und zum Schluß
an Piet Glocke denken muss. Doch am Ende wusste man: Miller
ist Miller. Und Miller ist gut. Seine Halbsätze sind
überzeugend und fordern das Publikum zum unwillkürlichen
mitdenken auf. Er zeigt den tiefen Abgrund hinter der
gutbürgerlichen Fassade, den Wahnsinn und die Absonderlichkeit
des Alltäglich gnadenlos auf. Wer die Möglichkeit
hat, Rolf Miller live zu sehen, sollte dies undbedingt
tun. "Man muss doch über den Humor lachen können". |
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von
Stefanie Paul, Gmünder Tagespost, 17.01.2001
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